Waldbrände verantwortlich für massive Quecksilber-Emissionen

Quecksilber steht bereits jahrzehnte auf den Listen der giftigsten und schädlichsten Umweltgiften ganz weit oben. Neue Ekenntnisse über die Emissionen und atmosphärische Verbreitung von Quecksilber haben nun Forscher des Mainzer Max-Planck-Instituts für Chemie in Zusammenarbeit mit dem Instituts für Küstenforschung am GKSS-Forschungszentrum in Geesthacht erarbeitet.

So gelang es den Forschern erstmalig Abluftfahnen von großflächigen Waldbränden mit erhöhten Quecksilberkonzentrationen zu beobachten. So konnten Sie zeigen, dass die Quecksilberfreisetzung durch Biomasseverbrennung in der südlichen Hemisphäre die bisher bekannten anthropogenen Emissionen zum Teil deutlich übersteigt

In der Atmosphäre kommt Quecksilber überwiegend als Elementdampf. Aufgrund seiner niedrigen Löslichkeit wird es dort kaum herausgewaschen. Es oxidiert langsam zu schwerflüchtigen und wasserlöslichen Substanzen, die dann anschließend direkt oder nach Anlagerung an Aerosolteilchen aus der Luft entfernt werden. Da diese Oxidationsprozesse jedoch langsam sind, kann das elementare Quecksilber weit transportiert und abgelagert werden.

Das sich so zum Teil in Seen und Ozeanen ablagernde Quecksilber wird dort von Lebewesen aufgenommen und zu dem weit aus giftigeren Methylquecksilber umgewandelt. Methylquecksilber reichert scih innerhalb der Nahrungskette soweit an, dass bereits heute Fische aus dem Meer, ebenso, wie auch aus beispielsweise skandinavischen Seen eine solch hohe Konzentration aufweisen, dass deren Verzehr als hochgradig gesundheitsschädlich angesehen werden muss.

Lesen Sie hierzu auch die Mitteilungen über die Forschungsberichte des Institut für Analytische Chemie Mainz. Forscher haben dort Haiproben untersucht und Methylquecksilber-Werte von bis zu 1400 Mikrogramm pro Kilogramm Haifleisch gefunden, was bei einer aufzunehmenden Menge einer normalen Mahlzeit für einen 70-Kilogramm-Mann bei 300 Gramm Haifleisch einer Menge von 420 Mikrogramm entspricht. Das ist das 60fache des als Gefahrengrenze festgelegten Wertes.

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Die Analysen der vielen CARIBIC-Messungen und der bisherigen Daten aus mittleren Breiten zeigen, dass sich die weltweite Quecksilberemission aus Biomasseverbrennung von 210 bis 750 Tonnen pro Jahr auf drei bis elf Prozent aller Quecksilberemissionen beläuft.

Quelle: Pressemitteilung des Max-Planck-Institus für Chemie vom 2.7.2007

Originalveröffentlichung:
Ralf Ebinghaus, Franz Slemr, Carl A.M. Brenninkmeijer, Peter van Velthoven, Andreas Zahn, Markus Hermann, Debbie A. O´Sullivan, David E. Oram
“Emissions of gaseous mercury from biomass burning in South America in 2005 observed during CARIBIC flights”: Geophysical Research Letters, April 2007

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